Donnerstag, 20. November 2008
Tag 24 - Kalkutta
Langsam gehts bergauf. Keine laufende Nase mehr ... wieder etwas Droehnen im Kopf, aber nicht so schlimm. Fuehl mich noch nicht fit fuer einen ganzen Tag draussen, aber mache mit Casey einen kleinen Vormittags-Ausflug. Suchen nach einem Shoppingcenter, das von einer Wohltaetigkeitsorganisation fuer Frauen in Slums betrieben wird und stossen stattdessen auf einen uralten, verrotteten Friedhof, auf dem die ganzen englischen Kolonialherren begraben liegen. Beeindruckende Kulisse ... man erwartet, dass jeden Moment Indiana Jones aus einem der verwitterten Denkmaeler herausbricht.
Noch ein zweiter erfolgloser Shopping-Versuch (ich befuerchte die Mitbringsel aus Indien fallen spaerlicher aus als angekuendigt) und dann eine lange Mittagspause. Ein langer Aufenthalt im Internet-Cafe und die wachsende Hoffnung, dass ich morgen wieder loslegen kann.

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Tag 23 - Kalkutta
Noch mal ein ganzer Tag im Hotelzimmer. Nun schon der fuenfte Tag. Kopfweh und Schwindel sind weg, die Inhalationen tun gut. Langsam loest sich alles und ich verrotze fuenf Rollen Klopapier bis die Nase wund ist.
Am Abend auch Entwarnung fuer die zweite Krankheit. Beginne langsam zu hoffen, dass ich doch noch was von Kalkutta mitbekomme.
Casey kann mir leider nicht helfen und verbringt die Tage mit Streifzuegen durch die umliegenden Viertel. Bei unseren gemeinsamen Mittag- und Abendessen, wenn Casey von seinen Erlebnissen und Entdeckungen des Tages erzaehlt, werde ich immer frustrierter und wuenschte ich waere endlich wieder gesund.

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Tag 22 - Kalkutta
Bin voellig fertig und bekomm von der Fahrt ins Hotel nicht mehr viel mit. Hab immer wieder Schwindelanfaelle und denk ich werd gleich ohnmaechtig. Hab langsam Angst, dass es was schlimmeres sein koennte.
Die Leute vom Hotel versprechen mir, mich um 5 abzuholen und zu einem Arzt zu bringen. Um 5 werde ich auf 7 vertroestet und mach mich verzweifelt selbst auf die Suche. Zum Glueck ist gleich nebenan eine Art Krankenhaus und ich kann mich endlich untersuchen lassen. Bekomme eine Reihe Mittelchen verschrieben und werde zum Bluttest fuer Malaria und noch irgendwas gefaehrliches geschickt. Besorge mir die Medikamente (Antibiotika, Schnupfen, Fiebersenker und Inhalation), was eine Geschichte fuer sich waere und gehe zum Bluttest. Meine Hauptsorge zu diesem Zeitpunkt ist, ob ich mit einer frischen Nadel gepiekst werde.
Werde ich und gluecklicherweise bekomme ich auch noch am gleichen Abend Malaria-Entwarnung. Auf was ich noch getestet werde, will ich an dem Abend gar nicht mehr wissen. Mein Kopfweh geht nach der zweiten Inhalation etwas zurueck und ich kann schlafen.

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Tag 21 - Varanasi
Geringfuegige Besserung. Trotzdem den ganzen Tag flachgelegen. Immer wieder Schweissausbrueche. Nase verstopft. Bin heute von Grippostad auf Sinupret gegen Nasennebenhoelenentzuendung umgestiegen.

Abends kommt unser Zug nach Kalkutta mit ueber einer Stunde Verspaetung. Ich bin am Ende als ich endlich in den Zug steige, aber da gehts erst richtig los. Die Aircondition blaest mir die ganze Nacht ins Gesicht und ich hab wahnsinnige Kopfschmerzen. Morgen gehts zum Arzt.

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Sonntag, 16. November 2008
Tag 20 - Varanasi
Kaum Besserung. Nach dem Fruehstueck auch gleich wieder ins Bett. Das Schlimmste ist wohl vorbei, aber den morgigen Tag werd ich wohl auch noch brauchen um fuer Kalkutta fit zu sein.

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Tag 19 - Varanasi
Fuehle mich seit gestern ziemlich mies und habe heute eine ausgewachsene Erkaeltung. Beschliessen, bis Montag Abend hier zu bleiben und beginnen den Tag mit der Organisation unserer Weiterreise. Danach bin ich so erledigt, dass ich den Rest des Tages schweissgebadet im Bett verbringe.

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Tag 18 - Varanasi
Kommen ausgeruht (Casey) bzw. voellig entnervt (ich) in Varanasi an und finden nach zwei Anlaeufen ein nettes kleines Guesthouse, das ein Zehntel unseres Hotels in Delhi kostet. Muessen ein bisschen auf unser Zimmer warten und erkunden in der Zwischenzeit die Ghats (Steinstufen) entlang des Ganges. Der Fluss ist beeindruckend breit und an der zusaetzlichen Breite der Sandbank am gegenueberlegenden Ufer kann man erkennen, wie breit der Strom zu Monsunzeiten wird.
Die Menschen baden hier, waschen ihre Kleider und ihre Wasserbueffel, beten oder streuen die Asche ihrer Anverwandten in den Fluss.
Einige Details zum Verbrennungsritual:
Der Verstorbene muss innerhalb drei Stunden nach seinem Tod an den Ganges gebracht werden. In ein Tuch gehuellt wird er fuenf mal in den Fluss getaucht und jeder Verwandte schuettet einen Becher Gangeswasser in den Mund des Toten. Das symbolisiert das letzte Bad und den letzten Trunk des Verstorbenen. Danach wird von einem maennlichen Verwandten die Sterbeurkunde ausgefuellt. Der gleiche Verwandte wird nun am Kopf, am Kinn und unter den Armen kahlrasiet und muss den toten Koerper auf den Scheiterhaufen legen. Waehrend die Anderen den Koerper mit Holz bedecken, holt er die Flamme aus einem nahegelegenen Tempel. diese Flamme brennt drot angeblich schon seit ueber 400 Jahren. Der Scheiterhaufen wird nun nahe am Kopf entzuendet. Nach einigen Stunden bleiben meist nur noch der Rumpf und bei Frauen die Hueften uebrig, diese werden nach Vergluehen des Feuers dem Ganges uebergeben. Der Sage nach werden die Fische, die von dem Toten Leib essen, als Menschen wiedergeboren.

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Tag 17 - Delhi - Varanasi
Wieder Fruehstueck im Coffeshop, dann Spaziergang in der Gegend um den Bahnhof. Etwas interessanter diesmal. Treffen einen uebel zugerichteten und betrunkenen Oesterreicher, der versucht seine Botschaft zu erreichen ... wurde ausgeraubt und vermoebelt.
Heute ist Casey etwas angeschlagen und wir verbringen den Nachmittag bis zu unserer Zugfahrt in einem netten Park. Haette nicht gedacht, sowas in Indien zu finden. Bevors zum Zug geht, goennen wir uns noch ein Abendessen in einem etwas schickeren Restaurant und ich bekomm prompt zum ersten Mal Magenprobleme.
Die Fahrt ist miserabel ... ich mach kein Auge zu, weil zwei dicke Inder die komplette Nacht schnarchen. Ohrstoepsel, iPod ... nichts hilft.

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Donnerstag, 13. November 2008
Tag 16 - Delhi
Fruehstueck in einem Starbucks-aehnlichen Coffeshop, dann weitere Erkundungstour. Fuehl mich ein wenig krank und unfit. Haben heute mal ein Experiment gewagt ... haben uns ne Stunde aufgeteilt und sind einzeln auf Motivsuche gegangen. Ich hab mich allerdings erstmal verzweifelt auf Klosuche gemacht und bin nach einer halben Stunde voellig fertig auf das einzige Hotel weit und breit gestossen. Danach war dann auch nicht mehr viel mit fotografieren.
Hab dann Mittags meinem Koerper mal ne Auszeit gegoennt und mich zwei Stunden ins Hotelzimmer gelegt. War wichtig und hat geholfen. Am spaeten Nachmittag dann nochmal ein fotoloser Ausflug und der Entschluss, fuer den Abend ein Kino zu finden, in dem der neue Bond auf Englisch laeuft. Das war der Beginn einer Odysse.
Nachdem wir nach einigem fragen schon am perfekten Kino standen, wurden wir in letzter Sekunde darueber aufgeklaert, dass der Film doch in Hindi gezeigt wird. Also weitere Recherche und eine fast einstuendige Metrofahrt quer durch die Stadt. Karten besorgt, lecker gegessen und dann locker eine halbe Stunde Diskussion an beiden (!) Sicherheitsschleusen des Kinos. Anscheinend muss hier schon einiges passiert sein, da wir fast wie bei einem Verhoer von zeitweise 6 Sicherheitsbeamten umzingelt waren. Grund des Aufruhrs waren unsere fast leeren Taschen, die wir verbotenerweise mitgebracht hatten, die keinesfalls mit ins Kino mitgenommern werden duerfen, aber auch nicht von den Beamten aufbewahrt werden koennen. Nach langer Diskussion gings dann ploetzlich doch und wir haben nur die ersten paar Minuten des Films verpasst.
Waehrend des Films lief die Tonspur immer etwas versetzt zum Bild und wir durften in der Pause zum Filmrollenwechsel einige amuesante indische Werbespots sehen. Ansonsten wars aber ganz schoen, sich mal fuer zwei Stunden komplett aus Indien auszuklinken.
Die Heimreise per Rikscha (hatten die letzte Metro um ein paar Minuten verpasst) hat uns dann wieder in die Raelitaet zurueckgeholt.

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