Mittwoch, 5. November 2008
Tag 9 - Pushkar
Obama ist Praesident.
Haben gestern noch bis tief in die Nacht ferngesehen und heute Morgen dann gleich nochmal Nachrichten gesehen. Casey ist erleichtert aber hofft, dass jetzt auch was passiert und Obama nicht enttaeuscht.

Ansonsten gings heute etwas zaeh los. Geldwechseln, Zuege buchen und Motorroller organisieren schien eine Ewigkeit zu dauern. Ausserdem plagt mich seit unserer Busfahrt nach Udaipur eine leichte Blasenentzuendung und ich hab mir heute endlich was dagegen in der Apotheke besorgt.
Gegen Mittag dann ein etwas unmotivierter Ausflug ins Umland, bei dem wir zufaellig auf die "Camel Fair" stiessen ... eine einmal im Jahr stattfindende Verkaufsveranstaltung fuer Kamele, Rinder, Pferde, Wasserbueffel und andere Nutztiere. Ein unglaublicher Anblick ... wie ein riesiges Fluechtlingscamp mit lauter Pferden zwischen den Zelten ... so weit das Auge reicht.
Mittagessen und noch ein kleiner Ausflug. Alles allerdings ohne wirklich was zu sehen und zu fotografieren.
Auch auf meiner letzten Reise hatte ich zwischendrin Tage, an denen ich einen regelrechten Groll gegen Indien und die Inder geschoben habe. Mal einen Tag keinen Dreck, kein Gehupe, kein dauerndes Ausgesetztsein, ...
Heute ist wohl so ein Tag ...

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Dienstag, 4. November 2008
Tag 8 - Pushkar
Die erste Woche in Indien ist vorbei ... und es fuehlt sich fast wie ein Monat an. So viel gesehen, so viel erlebt. Und schon einige wunderbare Fototage gehabt ...

Heute nochmal ein entspannter Tag, der leider schon so etwa um 4:30 anfing, als die Gebetsrufe durch den Ort laermten. Pushkar ist ein winziger aber sehr wichtiger Pilgerort fuer Hindus. Das Dorf formiert sich um einen kleinen See, der von 52 sogenannten Ghats umgeben ist ... mehr oder weniger breiten Steintreppen auf denen rituelle Waschungen durchgefuehrt werden. An einem dieser Ghats wurde die Asche von Ghandi in den See gestreut. Karmatechnisch geht hier also einiges, weshalb hier eine Menge etwas uebertrieben esoterisch angehauchter Touristen unterwegs sind.

Wir mussten auch erstmal das volle Programm mitmachen und wurden gleich zu Beginn ordentlich abgerippt. Gegen ensprechende "freiwillige Spenden" wurden wir, noch bevor wir ueberhaupt checkten was vor sich ging, dazu genoetigt Blueten in den See zu werfen, Mantras nachzusprechen und uns ein Henna auf die Hand malen zu lassen. Das Ganze Theater ist ausgesprochen ausgekluegelt organisiert, sodass man kaum ein Chance hat sich zu wehren. Waren beide danach ziemlich sauer und fuehlten uns nicht wirklich "gesegnet". Casey hats am uebelsten erwischt ... hat jetzt beide Haende voll Henna ...
In fuenf Tagen startet hier ein Festival gigantischen Ausmasses ... in nur vier Tagen wird der Ort von insgesamt 10 Millionen Pilgern aufgesucht ... davon 4 Millionen an einem speziellen Tag (zum Vergleich: bei der Rekordwiesn 2000 gabs 6,9 Millonen Besucher ... verteilt auf 16 Tage). Wir sind beide froh, dass wir da schon wieder raus aus Pushkar sind ...

Der restliche Tag verlief wie gesagt entspannt. Etwas shoppen, ein bisschen die Stadt erkunden, den Hotelpool einweihen und einen ausgedehnten Nachmittagsschlaf einlegen. Fotografiert wird im Moment wenig bzw gar nicht. Wir sammeln beide gerade unsere Kraefte fuer die Kamelsafari in Jaisalamer, unserer naechsten Station auf die ich mich schon sehr freue.
Morgen ist nochmal eine Motorradtour ins Umland geplant und am Donnerstag gehts voraussichtlich per Bus und Bahn weiter.

Casey sitzt schon langsam auf gluehenden Kohlen wegen der Praesidentenwahl heute und ich beginne auch mitzufiebern ... werden den morgigen Abend wohl hier vor dem Fernseher verbringen ...

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Tag 7 - Reise nach Pushkar
5:30 aufgestanden, Taxi zum Zug, Zug nach Ajmer, Taxi nach Pushkar, ab ins Bett. Am Abend nochmal aufstehen und zum Essen raus ... ansonsten nicht viel passiert und nichts gemacht. Haben den ganzen Tag beide etwas gekraenkelt.

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Sonntag, 2. November 2008
Tag 6 - Udaipur
Ein wunderbarer Tag! ... wieder einmal abseits aller Lonely-Planet Empfehlungen und voll einmaliger Entdeckungen.
Haben frueh unsere Scooter abgeholt (hatten uns angesichts der engen Strassen schon Tags zuvor gegen grosse Maschinen entschieden) und sind zunaechst zum eingewoehnen um einen nahegelegenen See gefahren. Danach kreuz und quer nach Intuition der Landschaft gefolgt entlang zuckerhutartigen Huegeln und gruen umwucherten Seen mit wilden Wasserbueffeln.

Heute hatte Casey die Gelegenheit einige tolle Arbeiterportraits zu machen. Sind zufaellig in einem Viertel zur Marmorbearbeitung gelandet und durften die Arbeiter beim schneiden und polieren beobachten und fotografieren. Wenig spaeter stiessen wir wiederum zufaellig auf eine Deponie, auf der die bei der Marmorbearbeitung entstehende Schlacke verklappt wird. Wunderbare Portraits auf ausgetrockneten Schollen aus Marmorstaub. Ein paar Kilometer weiter bogen wir in ein Industriegebiet ein und unterhielten uns lange mit dem Besitzer einer Recyclingstation, in der die verschiedensten Abfaelle getrennt und die Rohstoffe wiederverkauft werden. Besonders Casey konnte hier einiges fuer seine Arbeiten fotografieren. Nachdem wir vom Besitzer noch auf einen Tee eingeladen wurden, fuhren wir weiter durchs Hinterland und kehrten gegen 16:00 verstaubt und gluecklich nach Hause zurueck.
Heute wird noch ein bisschen entspannt und frueh ins Bett gegangen, da morgen bereits um 7:00 unser Zug nach Ajamer startet.

Die Idee, das Umland der Stadt per Motorrad zu erkunden, hat uns beiden so viel Spass gemacht, dass wir das wohl auch fuer die naechsten Stationen versuchen werden. Ausserdem sind wir beide schon gespannt auf unseren Wuestentrip ... haben heute unsere ersten Kamele in live gesehen und waren beide ueberrascht, wie riesig die Tiere sind.

Wuenscht uns eine gute Reise!
Bis bald,
Michi

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