Montag, 24. November 2008
Tag 27 - Kalkutta
Ein graesslicher Tag!
Casey und ich sind beide mit unseren Nerven und unserer Geduld am Ende. Das permanente Umgebensein mit Dummheit, Ignoranz, mangelnder Naechstenliebe, mangelndem Sozialverhalten, mangelndem gesunden Menschenverstand und der schlichten Unfaehigkeit, die Konsequenzen des eigenen Handelns abzusehen, zehrt an den Nerven und fordert ein uebermenschliches Mass an Toleranz.
Wir haben beide unser fotografisches Projekt fuer beendet erklaert und werden nun versuchen, die verbleibenden Tage so angenehm wie moeglich zu gestalten (natuerlich haben wir unsere Kameras trotzdem immer dabei). Zur Entspannung wollten wir heute in den Zoo ... und hatten erstmal eine Beinahe-Schlaegerei mit einem Taxifahrer, der uns erstmal eiskalt angelogen und uns dann in die falsche Richtung gefahren hat, nur um anschliessend noch zu versuchen, uns abzuzocken.
Voellig aufgeregt und stinksauer von diesem Erlebnis war der Zoobesuch fuer mich keine Entspannung mehr, sondern nur noch weiterer Anlass, mich aufzuregen. Die Menschen hier rotten sich vor Tigerkaefigen zusammen, bewerfen das Tier mit Steinen und Nuessen und reizen es bis zum Aeussersten um dann bei jedem Fauchen und Knurren in johlendes Gelaechter auszubrechen. Meine Toleranz und Weltoffenheit hatte schon frueher an diesem Tag ihr Ende gefunden und so frage ich mich zu diesem Zeitpunkt nur noch, wer mehr Tier ist ... Tiger oder die groehlende Masse.
Wir verbringen den Nachmittag im Hotel. Schlafen, telefonieren, Emails checken und versuchen, nicht durchzudrehen.

Doch Indien schickt immer Hilfe, wenn man am Boden ist. Am Abend treffen wir durch Zufall auf einen hochintelligenten indischen Wirtschaftsprofessor, mit dem wir den schoensten, interessantesten und anregendsten Abend unserer ganzen Reise verbringen. Unsere Akkus sind wieder aufgeladen, unser Toleranzlevel wieder auf Anfang zurueckgestellt und wir sind gespannt, was uns die letzten beiden Tage hier erwartet.

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